Alessios Orangensalat

„Das ist wieder mal so typisch! Typisch Italiener! Sitzt am Esstisch, der Teller vollgepackt mit guten Sachen, auf beiden Backen mampfend, und worüber redet ihr? Über Essen!“

Die Tischrunde lacht. Aber was kann ich dafür? Alessio, unser Gast für einen Abend, erblüht gerade in Erzählungen von Gerichten aus seiner Heimatregion Apulien. Ich, quer gegenüber am anderen Ende einer achtköpfigen Tischrunde,  lausche gespannt, nicke begeistert, bestätige mal mit einem „hmmm“, mal mit einem „aaah“ und fuchtle ein bisschen mit. Er hat schon die Friselle erwähnt (die ich vom Apulien-Urlaub kenne und liebe!) die handgedrehten Sagne-Nudeln (auch schon getestet, ebenso selbst mal mitgedreht), mehrere Fischgerichte, die mir mehr oder weniger bekannt vorkommen. Doch beim Orangensalat angelangt muss ich mir das genauer anhören.

Wie, man kocht die Orangen mit der ganzen Schale? In heißem Wasser? Und dann isst man die auch mit der Schale? Und es ist kein Nachtisch? So scheint es tatsächlich zu sein. Die Serviette wird schlagartig zum Notizblock umfunktioniert. Das muss ich mir genau merken – und unbedingt nachbauen.

Habe ich dann auch. Und da mich das Ganze irgendwie ganz fest an Marokko denken lässt, kommt in meine Version auch ein Hauch Minze hinein.

Für zwei Portionen von Alessios Orangensalat aus Apulien:

  • zwei unbehandelte Orangen mit dünner Schale
  • etwas frische Minze
  • gutes Olivenöl, Salz, etwas Pfeffer
  • ein bisschen Neugier

Die Orangen abwaschen und sie mitsamt der Schale in einen mit Wasser gefüllten Topf legen. Erhitzen, etwa 20 Minuten lang bei niedriger Flamme köcheln lassen. Die Orangen sind durch, wenn sich die Haut mit einer Gabel leicht einpieksen lässt. Die Früchte aus dem Kochwasser nehmen, kurz abkühlen lassen.

Nun kann man sie erst in Hälften, dann in mundgerechte Würfel schneiden.

In einem verschließbaren Behälter soll unser Orangensalat nun noch 4-6 Stunden lang, noch besser über Nacht, marinieren: dazu gießt man 1-2 Esslöffel heißes Wasser und 2-3 Esslöffel Olivenöl dazu. Wer mag, zupft frische Minze hinein. Das sieht Alessios Version zwar nicht vor, ich finde allerdings, dass es super gut passt. Auch – Asiafreunde aufgepasst! – dieses (für mich absolut ungenießbare) Zeugs namens Koriander dürfte sich hierdrauf ganz gut machen. Zuletzt würzt man mit Pfeffer und etwas Salz.

Eine halbe Stunde vor dem Essen aus dem Kühlschrank nehmen, dann ist das Fruchtfleisch nicht mehr ganz so kalt. Mit ein paar frischgezupften Minzeblättchen garnieren.

Der Orangensalat passt hervorragend zu Fisch, fetterem Fleisch und kräftig würzigen Gerichten. Beim ersten Bissen kurz die Augen schließen: willkommen in Apulien. Vergesst nicht, Alessio besuchen zu gehen!

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2 Gedanken zu “Alessios Orangensalat

  1. Ich will, will, will diesen Salat sofort essen und frage mich, wo ich jetzt auf die schnelle gute Bio-Orangen herbekomme, wo der nächste Biomarkt doch 8 km entfernt ist. Und ich Arbeit bis unter die Decke habe. ich werde diese Problem lösen…
    Alles Liebe,
    lena

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Lena,
      dann drücke ich dir die Daumen, dass du gaaanzganz bald zu den allerbesten Orangen findest! Lass‘ mich wissen, wie’s geschmeckt hat! 😉 Ganz liebe Grüße! Vivi

      Gefällt mir

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